Lawrence-Gough-Preis macht Talente glücklich

23 Oct 2017

Bei der ersten Verleihung erhalten Kim Treudt-Gösser und Alexander Detemble die gut dotierte Auszeichnung. Es ist immer wieder beeindruckend, mit welchem Aufwand und welcher Akribie die Fecht-Turniere in Solingen durchgeführt werden. Das war am Wochenende bei den A-Mädchen im Damendegen ebenso der Fall wie bei den Schülern und B-Jugendlichen mit dem Säbel.

 

Für Verpflegung ist bestens gesorgt, für Informationen auch – über Bildschirme werden die
Besucher, Aktiven und Trainer direkt mit den aktuellen Ergebnissen auf dem Laufenden gehalten.
Optimale Bedingungen garantieren die Sporthallen der NRW-Sportschule, selbst ein Zeitverzug wegen weniger Kampfrichter aufgrund neuer Lizenzstatuten wurde mit gerade mal einer halben Stunde absolut im Rahmen gehalten. So verwundert es nicht, dass gerade am Samstag bei den Mädchen viele Nationen – sogar aus Brasilien – zu Gast waren. Das FALS-Gelände ist mit dem Fechtzentrum Solingen als Ausrichter eine attraktive Adresse. Und doch unterschied sich der Windmühlenmesser-Cup am Samstag von seinen Vorgänger-Veranstaltungen erheblich. Denn erstmalig wurde der Lawrence-Gough-Preis vergeben.

  Kim Treudt-Gösser, Christine Gough, und Alexander Detemble  © Andreas Horn​


„Eine hervorragende Aktion. Ich freue mich total darüber.“
Kim Treudt-Gösser, prämierte Fechterin


Christine Gough, die Ehefrau des im November 2016 verstorbenen ehemaligen Klasse-Fechters, verdeutlichte, was sich dahinter verbirgt: „Wir wollen herausragende sportliche Leistungen und Erfolge der zurückliegenden Saison honorieren.“

 

Klare Kriterien von Platz eins bis acht bei einer WM oder EM im Einzel bis hin zum besten Mannschaftsfechter bei einer DM sorgen für ein ebenso klares Ergebnis: Und das sprach bei der Erstauflage für Kim Treudt-Gösser, die sich sehr über die Auszeichnung freute. „Das ist eine hervorragende Aktion, ich freue mich total darüber“, sagte die Solingerin, die in den letzten Jahren mit Klasse-Ergebnissen in Serie aufwartete. In die Wertung floss ihr 15. Platz bei der Junioren-Europameisterschaft ein.
Derzeit absolviert sie ihr letztes Junioren-Jahr – die 500 Euro Prämie kann sie somit, wie vorgeschrieben, problemlos in die Fechtausrüstung stecken. Aber auch als Zuwendung für Wettkampfteilnahmen, Lehrgänge oder Reisekosten ist das Geld denkbar.

© Andreas Horn


Kim Treudt-Gösser war nicht die Einzige, die sich freuen durfte. Denn die Jury behält sich vor, einen mit 300 Euro dotierten Preis für einen besonderen Entwicklungssprung zu vergeben. Und genau diesen erkannten die Trainer des Fechtzentrums bei Alexander Detemble. „Ich war mega überrascht, als ich es wenige Tage vor der Preisverleihung erfahren habe. Es ist auch ein weiterer Ansporn“, fand der Nachwuchsfechter die Berücksichtigung großartig. Die Verbindung von Englisch in der Schule und Sport auf jeweils höchstem Niveau hat Lawrence Gough verinnerlicht. Ebenso wie sein Kampf für Gerechtigkeit.


Ehefrau erinnert in emotionalem Rückblick an ihren Mann


In Irland, wo er Missstände öffentlich gemacht hatte, besaß Gough keine Chance mehr, dem Fechtsport auf ansprechendem Niveau nachzugehen. In Deutschland schon. „Die wichtigsten Jahre sind aber liegengeblieben“, erklärte Christine Gough in ihrem emotionalen Rückblick.
Die Schüler ihres Ehemanns hatten dann die Idee, etwas Bleibendes in seinem Namen und Sinne zu schaffen. FALS-Schulleiter Peter Wirtz ist begeistert: „Der Preis kann auch gerade heute ein Aufruf an Verbände und Organisationen sein, sportlich fair mit seinen Nachwuchstalenten umzugehen.“ Im Topf des Nachwuchs-Förderpreises ist ausreichend Geld. Und potenzielle Nachfolger von Treudt-Gösser und Detemble gibt es gerade an der Wittkulle reichlich.


Text: Jürgen König, Solinger Tageblatt

 

Impressionen zum 1. Lawrence-Gough Preis, 21.10.2017

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