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Der Lawrence-Gough-Preis 2023 wurde im Klingenmuseum vergeben

Der Hauptpreis geht an Jakob Stange für seine Erfolge in der Saison 2021/22. Meika Reihs wird für ihre kontinuierliche Entwicklung ausgezeichnet.



Wenn man große Hoffnungsträger des Solinger Fechtsports auszeichnen will, gibt es wahrlich keinen besseren Ort als das Deutsche Klingenmuseum. Zum zweiten Mal wurde dort der bedeutende Lawrence-Gough-Preis vergeben. „Es ist ein wundervoller Rahmen für eine tolle Veranstaltung“, sagte Daniel Certa, der Vorsitzende des Fechtzentrums, aus dessen Verein die beiden Preisträger des Jahres kamen: Meika Reihs und Jakob Stange.

Letzterer durfte schon 2018 diese Trophäe in die Hand nehmen, nach frühestens drei Jahren darf es erneut der Fall sein. „An Jakob führt kein Weg vorbei“, sagte Christine Gough, die Ehefrau des 2016 verstorbenen irischen Klasse-Fechters. „Die Teilnahme an der Welt- und Europameisterschaft war am beeindruckendsten“, blickte Stange auf seine aufregende Zeit nach der Corona-Zwangspause zurück.


Der 17-Jährige ging gleich in zwei Altersklassen (U17, U20) und auch bei den Senioren auf die Planche. Ein Höhepunkt: der deutsche Vizemeister-Titel in der U20 – im April 2022 durfte sich der FALS-Sportschüler gemeinsam mit seinem Coach Falk Spautz über die Silbermedaille freuen. „Es ist auch eine Wertschätzung für Einsatz und Leistungen in einer Randsportart, die sonst wenig Unterstützung erfährt“, meinte Jakob Stange mit Blick auf die Auszeichnung, die eine Prämie von 500 Euro enthält.

Dieses Geld ist zweckgebunden an den Fechtsport mit Ausrüstung oder Reisen – wie auch bei Meika Reihs, deren positive Entwicklung samt Top-Leistungen über Jahre hinweg mit 300 Euro honoriert wurde. „Die Ehrung bedeutet mir viel und ist eine Anerkennung unserer intensiven Arbeit“, sagte die 15-jährige, ebenfalls von der Friedrich-Albert-Lange-Schule. Mit dem U17-Team des Fechtzentrums gewann sie im Mai des Vorjahres die Goldmedaille und wurde zudem Deutsche Vizemeisterin der U15.


Schon in der Vergangenheit hat der Lawrence-Gough-Nachwuchs-Förderpreis für reichlich Ansporn gesorgt. Erstmals für die Saison 2016/17 verliehen, sind herausragende Talente mit der Auszeichnung verbunden: Kim Treudt-Gösser, Alexander Detemble, Julian Disler, Lisa Marie Löhr, Kassian Meier und Maya Bienefeld stehen ebenso für das hohe Niveau im Leistungszentrum der NRW-Sportschule an der Wittkulle wie jetzt das Duo Jakob Stange / Meika Reihs.




Die ständige Preisverleihung soll für Fairness und Transparenz im Sinne von Lawrence Gough stehen. Mitglieder seiner früheren Englisch-Klasse am Gough Language Centre – Dr. Elke Moosbach, Martin Hückeler und Claus Rogall – tragen in Absprache mit den fachlich beratenden Degen-Trainern Falk Spautz (Herren) und Oleksandr Tykhomyrov (Damen) ebenso zur Entscheidung bei wie Daniel Certa. Gough gehörte in seiner Heimat Irland zu den großen Hoffnungsträgern. „Er hat sich aber mit dem Verband angelegt und wurde zwei Mal um die Teilnahme an Olympischen Spielen gebracht“, erzählte Christine Gough. Um überhaupt weiter Fechten zu können, musste er auswandern. In Solingen gründete er eine Sprachschule und blieb dem Fechtsport treu.

Folglich ist die Ehrung für die Saison 2021/22 mit den von der Jugendhilfewerkstatt produzierten Trophäen voll in seinem Sinne. Zum einen die Honorierung der Leistung, zum anderen die für den größten Entwicklungssprung – auf Basis der Vorschläge durch das Trainer-Team des Fechtzentrums, das mit der Gough-Stiftung junge Sportler, die etwas erreicht haben, in ihrem Tun bestärken will.


Die Kooperation des Fechtzentrums mit dem Deutschen Klingenmuseum wird von beiden Seiten gelebt. So begann die Preisverleihung mit einem Rundgang, durch den Dr. Sixt Wetzler führte. „Fechtkunst und Klingen, das gehört ganz einfach zusammen“, zeigte sich der Leiter ob des Miteinanders von Verein und Museum begeistert.


Quelle: Solinger Tageblatt vom 27.03.2023

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