Gute Sache: Wertschätzung für Fecht-Talente
- kerstin0610
- 5. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Der Lawrence-Gough-Preis hilft erneut jungen Degenfechtern aus Solingen bei der positiven Gestaltung ihrer Karriere. Sportart lebt im Klingenmuseum auf.
Der Rahmen konnte einmal mehr nicht besser sein. Im Deutschen Klingenmuseum wurde auch diesmal der Lawrence-Gough-Preis verliehen - an den Nachwuchs des Fechtzentrums, das sich national längst als Verein etabliert hat und mit seinen jungen Athleten auch international positiv in Erscheinung tritt. "Das jetzt sogar ein Turnier in Solingen den Namen meines verstorbenen Mannes trägt, freut mich sehr. Da schließt sich der Kreis", sagte Christine Gough.
Sie hat mit der ehemaligen Englisch-Klasse des Lehrers Gough zur Erinnerung den Preis ins Leben gerufen und 2017 erstmalig verliehen. Lawrence Gough war ein renommierter und sportlich voll überzeugender irischer Fechter, dem vom Verband das große Erlebnis Olympia rigoros verwehrt bliebt und der sein Glück ab 1973 in Deutschland suchte. Sportlich, beruflich und privat fand er es, im November 2016 starb er im Alter von 67 Jahren. Über sein von Fairness und Gerechtigkeit geprägtes Werk erfuhren nun die Fecht-Kids, die auch durchs Klingenmuseum geführt wurden, sowie die ausgezeichneten Athleten.
Helena Reinartz: Grenoble als Karriere-Station
Ihr siebter Platz beim Lawrence-Gough-Cup an der Wittkulle bescherte Helena Reinartz das Ticket zur Premiere auf internationaler Bühne. "Es war spannend und anders", erzählte die 15-jährige von ihrem nächsten Schritt, der sie ins französische Grenoble führte.
Beim dortigen Weltcup gelang ihr in der U17 eine ausgeglichene Vorrunde mit drei Siegen und drei Niederlagen. Am Ende stand für die 18. der deutscher Rangliste der 97. Platz im 176er-Feld zu Buche.
"Erst war ich verwundert, dann habe ich mich sehr gefreut", sagte Reinartz zur jetzigen Auszeichnung und beschrieb alles als emotional. Mit dem Trainer-Duo Maryna Nekrylova/Sascha Tykhomyrov will die Zahntklässlerin der Friedrich-Albert-Lange-Schule nach großen Fortschritten in der Technik und Taktik weiter viel trainieren und ihr schon bewiesenes Potenzial noch mehr ausschöpfen.
Die 29. der U15-DM (Team Siebte) wurde in der Kategorie "Größter Entwicklungssprung" der Saison 2024/25 ausgezeichnet. Mit konsequenter Trainingsarbeit habe sie Selbstvertrauen gewonnen und erfolgreich in Wettkämpfen umgesetzt - so Christine Gough im Namen der Jury, die dafür 300 Euro auslobte. Das Geld kann für alles rund ums Fechten eingesetzt werden.
Benno Meier: Fechten in Schottland
Als bester Nachwuchsfechter der vergangenen Saison wurde Benno Meier gekürt. Der 15-jährige durfte sich über ein Preisgeld von 500 Euro freuen - Lohn unter anderem für Bronze mit dem Team Nordrhein bei der U15-DM. Wegen eines Auslandsjahrs in Schottland samt Fechtprogramm und Athletik war der Geehrte nicht zugegen und wurde durch Falk Spautz vertreten. "Er nimmt eine tragende Rolle bei uns ein, wenngleich die Fußstapfen seines Bruders Kassian groß sind", sagte der Coach und gibt sich zuversichtlich, was die Entwicklung von Benno Meier angeht.
Bereits in der Saison 2023/24 hatte ein weiteres Talent die Kriterien erfüllt, es wurde nun zusammen mit dem anderen Duo ausgezeichnet. Leandro Macchiano durfte wie Vereinskollegin Helena Reinartz einen besonders starken Sprung in seiner Entwicklung verbuchen, was ihm 300 Euro einbrachte.
Leandro Macchiano: Sport und Abitur
Der Linkshänder überzeugt mit Top-Leistungen im Training und wurde Anfang 2024 mit dem Degen-Team U17 des Vereins NRW-Meister. "Es macht mich stolz, dass ich den Preis erhalten habe", sieht sich der 18-jährige mit seinem Trainer Spautz auf einem guten Weg und will zum Beispiel bei der Vorbereitung von Turnieren noch akribischer herangehen. "Wir haben es bislang gut hinbekommen. Und da wird noch viel sein, das auf mich wartet", erzählt Leandro Macchiano, der vier Mal pro Woche in der Trainingshalle zu finden ist - und sich in der Vorbereitung auf sein Abitur 2026 an der FALS befindet.
Auch sein Vater Filippo war bei der Ehrung vor Ort und wusste zu berichten, dass er Anfang der 2000er-Jahre bei Lawrence Gough Englischunterricht hatte. "Er hat mir die Angst vor einer fremden Sprache genommen, was für meinen Job sehr wichtig war."
So war es auch eine Englisch-Klasse der Sprachenschule Gough Language Centre, die den Preis in Gedenken an ihren einstigen Lehrer aus der Taufe gehoben hatte - als Aufruf, stets sportlich und fair mit seinen Nachwuchstalenten umzugehen.
"Sein Erfolg wurde damals vom Verband ignoriert. Umso wichtiger ist es, dass wir die Leistungen wertschätzen", umriss Daniel Certa die Bedeutung. Der langjährige Vorsitzende des Fechtzentrums - vom neuen Vorstand her durch Michaela Lürken vertreten - hat die Preisverleihung eng begleitet und ist fürs Fechten weiterhin im Förderverein tätig.
Certa betonte die insgesamt gute Kooperation ebenso wie Dr. Sixt Wetzler: "Hier wächst zusammen, was zusammen gehört." Der Direktor des Museums sieht bei Klingen, Fechten, Fechtkunst und seinem Haus ein ganz wichtiges Thema, bei dem noch vieles möglich sei.
Wie auch beim Fechtzentrum: Kim Treudt-Gösser, Alexander Detemble, Julian Disler, Jakob Stange, Lisa Marie Löhr, Kassian Meier, Maya Bienefeld, erneut Stange, Meika Reihs, Sara Libralato und Milana Korobova bilden das Feld der bisherigen Preisträger, welches für ganz hohes Fechtniveau steht. Das soll so bleiben.

Bei der Übergabe der von der Jugendhilfewerkstatt produzierten Pokale waren zugegen: Jury-Mitglied Dr. Elke Moosbach (v. l.), Christine Gough, Helena Reinartz, Leandro Macchiano, Falk Spautz, Dr. Sixt Wetzler und Daniel Certa.
Quelle: Peter Meuter
Quelle: Solinger Tageblatt vom 05.12.2025 / Text Jürgen König














Kommentare